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Le Crobag

NDR

THW Kiel

SEMSH

Bahnhof

Interview mit Holger Oertel

26.01.2010
Große Enttäuschung beim „Public Viewing“ im Kieler Hauptbahnhof: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft verlor am Dienstag auch ihr zweites Hauptrundenspiel gegen Spanien mit 20:25 und zeigte dabei zudem die bislang schwächste Turnierleistung. Das Spiel um Platz 5 ist damit nicht mehr erreichbar, mit einem Sieg gegen Tschechien am Donnerstag ist zumindest noch ein Platz unter den acht besten Mannschaften Europas möglich.

Zu Gast beim „Promi-Talk“ im Handballbahnhof beim NDR-Handballexperten Stefan Brasse war diesmal ein „Urgestein“ des THW Kiel. Holger Oertel stand von 1972 bis 1990 zwischen den Pfosten beim deutschen Rekordmeister und kam zu insgesamt 181 Bundesligaeinsätzen. Zudem war „Ö“ von 1989 bis Ende 1992 Trainer des THW Kiel, heute ist der Pädagoge als Torwarttrainer bei den „Jungzebras“ sowie als stellvertretender Schulleiter am Kieler Hans-Geiger-Gymnasium tätig, wo er das Projekt „handballbetonte Schule“ ins Leben rief.
Holger Oertel stand aber nicht nur Stefan Brasse, sondern auch handballbahnhof.de für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

handballbahnhof.de: Holger, was sagst du zur bisherigen Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei dieser EM?
Holger Oertel: Also ich gehöre ja zu denen, die die Leistung der deutschen Mannschaft durchaus positiv einschätzen. Ich war von vornherein davon ausgegangen, dass sie keine Bäume wird ausreißen können. Es ist eine junge Mannschaft, die sich erst noch zusammenfinden muss. Ich denke, wenn wir uns in drei Jahren wiedertreffen und sie dann diese Leistung abliefert, dann wäre ich enttäuscht. Aber momentan, denke ich, sind sie auf einem guten Weg.

handballbahnhof.de: Du hast so viele Jahre beim THW gespielt, Titel wurden in der Zeit leider keine gewonnen. Ärgerst du dich manchmal, dass du im Grunde 15 Jahre zu früh geboren bist?
Holger Oertel: Nein, das tu ich natürlich nicht. Die Leute, die vor uns gespielt haben, ärgerten sich schon, dass sie noch kein Geld bekommen haben. Bei uns gab es dann schon etwas Geld. Das ist die Entwicklung – es ist einfach so, und das muss man dann akzeptieren. Ich hätte natürlich auch gerne einen Meistertitel gehabt. Aber ich ärgere mich deshalb überhaupt nicht. Ich habe so viele gute, tolle Erlebnisse gehabt, die mir keiner nehmen kann.

handballbahnhof.de: Vielen Dank für das Gespräch.