Interview mit Marcus Ahlm und Peter Gentzel
Es ist noch einmal gutgegangen: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft feierte im dritten Spiel bei der Europameisterschaft in Österreich endlich ihren ersten Sieg und schaffte damit den Einzug in die Hauptrunde. Der einen Freud, der anderen Leid: Während der 30:29-Erfolg des DHB-Teams gegen Schweden im Kieler Hauptbahnhof frenetisch bejubelt wurde, trauerten die Skandinavier ob ihres frühen EM-Ausscheidens. Mit Marcus Ahlm und Peter Gentzel waren zwei aktuelle THW- und ehemalige schwedische Nationalspieler am Freitag vor dem Anpfiff ebenfalls im Handballbahnhof zu Gast, um im „Promi-Talk“ mit Stefan Brasse und Martin Schmidt die Fehler ihrer Landsleute in den ersten beiden Partien zu analysieren – und um den Kieler Fans natürlich auch Autogramme zu geben.
Im Anschluss standen Marcus Ahlm und Peter Gentzel handballbahnhof.de noch für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.
handballbahnhof.de: Marcus, warum läuft's bei der schwedischen Nationalmannschaft bei dieser Europameisterschaft bislang noch nicht so gut?
Marcus Ahlm: So einfach kann man das nicht zusammenfassen. Ich denke, im ersten Spiel gegen Slowenien haben die Schweden sehr gut gespielt. Es wurde aber am Ende eng, beide Mannschaften hätten die Partie gewinnen können. Und Polen ist die stärkste Mannschaft der Gruppe, muss man ganz ehrlich sagen. Es ist mittlerweile eine ganz erfahrene Mannschaft. Es ist zwar im Grunde nie okay, wenn man verliert, aber wenn man gegen eine Mannschaft in dieser Gruppe verlieren darf, dann ist es Polen. Genau das Gleiche gilt wohl auch für Deutschland. Das größte Problem bei der schwedischen Mannschaft war einfach, dass zu viele gute Chancen vergeben wurden. In den zweiten Halbzeiten beider Spiele hatte man viele Gelegenheiten, Tore zu erzielen, es allerdings einfach nicht geschafft, diese Tore zu machen. Aber ich bin mir sicher, dass es heute gegen Deutschland viel besser wird.
handballbahnhof.de: Peter, wie siehst du das bisherige Auftreten der schwedischen Mannschaft?
Peter Gentzel: Es wird natürlich eng für die Mannschaft. Hätte Schweden das erste Spiel gegen Slowenien gewonnen, wäre alles in Ordnung gewesen. Polen ist sicherlich im Moment etwas stärker als die anderen drei Mannschaften in der Gruppe. Hätte Schweden also den Sieg gegen Slowenien geschafft, wäre nun noch alles offen – sowohl für Deutschland als auch für Schweden. Natürlich ist es sehr enttäuschend, aber wenn Schweden heute gewinnt, ist man ja trotzdem weiter. Es wird nur dann sehr schwer, noch das Halbfinale zu erreichen.
handballbahnhof.de: Was glaubst du denn, wer heute gewinnt?
Peter Gentzel: Naja, es wird heute ganz ganz eng. Dieses Spiel ist sehr schwer zu tippen. Es wird mit viel Kampf, mit viel Herz gespielt werden, von daher wird’s vermutlich kein schönes Spiel. Die Mannschaft mit dem größeren Willen, der besseren Abwehr und der besseren Torwartleistung gewinnt.
handballbahnhof.de: Was fehlt der aktuellen schwedischen Mannschaft denn im Vergleich zu der Mannschaft, die in den Neunzigern den Welthandball dominierte?
Peter Gentzel: Schweden hat aktuell wieder eine sehr gute Mannschaft. Die Jungs können eigentlich jede Mannschaft der Welt schlagen. Allein die Konstanz fehlt der Mannschaft noch. Dies hat man auch schon bei den letzten Turnieren und auch in den beiden Spielen bei der EM in Österreich gesehen, dass es Höhen und Tiefen gibt in der Leistung. Das darf man sich einfach nicht erlauben, wenn man weit kommen möchte.
handballbahnhof.de: Marcus, die nächste Handball-WM findet 2011 in Schweden statt. Wird man dich dann dort auch wieder spielen sehen?
Marcus Ahlm: Das müssen wir dann halt sehen, wie es mit körperlich geht. Ich halte mit die Option aber auf jeden Fall offen.
handballbahnhof.de: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit dem THW in der Rückrunde.
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