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THW Kiel

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Bahnhof

Interview mit Christian Zeitz und Wolfgang Schwenke

20.01.2010
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich bei der Europameisterschaft in Österreich im zweiten Spiel den ersten Punkt ergattert. Augenzeugen des dramatischen 34:34-Unentschiedens gegen Slowenien waren im Kieler Hauptbahnhof – neben mehreren hundert Handballfans – unter anderem THW-Linkshänder Christian Zeitz und Wolfgang Schwenke, ehemaliger Nationalspieler und derzeitiger kaufmännischer Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Nachdem sie beim „Promi-Talk“ mit Stefan Brasse und Martin Schmidt aus dem Nähkästchen plauderten, standen sie auch handballbahnhof.de noch für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

handballbahnhof.de: Nach dem Fehlstart gegen Polen: Wie wird die deutsche Nationalmannschaft bei der EM abschneiden?

Wolfgang Schwenke: Es wird ganz schwierig für die deutsche Mannschaft. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie es heute schaffen wird zu gewinnen. Dann wird es natürlich ganz schwer und man müsste schauen, wie die Mannschaft das verkraftet. Aber selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn ich mit meiner Prognose falsch liege. Deutschland hat natürlich viele junge Leute im Kader, und wenn sie sich im Vergleich zu gestern steigern und disziplinierter spielen, haben sie auf jeden Fall eine gute Chance. Und sollte Deutschland heute gewinnen, dann werden noch einmal neue Kräfte freigesetzt. Mit einem unbedingt benötigten guten Torwart und einer guten Abwehr ist dann sogar das Halbfinale möglich. Das wäre dann auch schon ein riesiger Erfolg für die Mannschaft.
Christian Zeitz: Erst einmal ist es wichtig, dass die Mannschaft heute das Spiel gegen Slowenien gewinnt. Die Voraussetzungen dafür sind aber recht gut, auch wenn es gestern gegen Polen noch nicht so gut lief. Aber da war sicherlich auch ein bisschen Anfangsnervosität im Spiel. Aber wenn Deutschland heute gewinnt, dann schlägt man am Freitag auch Schweden, und dann sieht's gut aus mit der Hauptrunde. Ich glaube aber nicht, dass Deutschland unter die ersten drei kommen wird.

handballbahnhof.de: Was glaubst du denn, wer stattdessen die Medaillen gewinnt?

Christian Zeitz: Auch wenn es nach dem ersten Spieltag für die Franzosen nicht so gut aussah, glaube ich, dass sie sich steigern werden und im Kampf um Gold auf jeden Fall dabei sind. Ansonsten gibt’s natürlich die „üblichen Verdächtigen“ wie Dänemark oder Kroatien. Aber wenn man gestern gesehen hat, wie die Spanier auftrumpfen konnten, dann muss man sie auch auf dem Zettel haben.

handballbahnhof.de: Wolle, als Senkrechtstarter der deutschen Nationalmannschaft kann man wohl Linksaußen Uwe Gensheimer bezeichnen. Du hast ihn in der letzten Saison neun Monate lang trainieren dürfen. Was sind seine Stärken?

Wolfgang Schwenke: Uwe ist ein unglaublich variabler Spieler. Er hat ein riesiges Wurfrepertoire, kann Leger, Heber und Dreher und kann selbst aus dem „Nullwinkel“ treffen. Außerdem ist er ein Teamplayer und kann sich sehr gut in eine Mannschaft einfinden. Es freut mich sehr für ihn, dass er dabei ist. Aber ich finde es gleichwohl schade, dass Dominik Klein nicht mit dabei ist. Da bin ich dann ja doch Lokalpatriot. Aber so ist das nun mal im Sport. Und wenn Dominik zu seiner Leistung zurückfindet, ist er in Zukunft sicherlich wieder mit dabei.

handballbahnhof.de: Christian, du hast vor anderthalb Jahren deinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben. Fieberst du bei den Spielen der Jungs trotzdem mit?

Christian Zeitz: Natürlich bin ich glücklich, wenn die Deutschen möglichst weit kommen. Ich kenne ja noch die ganzen Abläufe und weiß, was gespielt wird. Von daher schaue ich auch gerne drauf, ob sich in den letzten Monaten etwas verändert hat oder nicht.

handballbahnhof.de: Vielen Dank für das Gespräch.