Historie Hauptbahnhof

Der erste Kieler Bahnhof wurde 1843 bis 1846 am Ziegelteich, rund 500 Meter nördlich des jetzigen Standortes, errichtet. Dieser Bahnhof war dem wachsenden Verkehr, besonders dem eines Reichskriegshafens, zu dem Kiel 1871 erklärt worden war, nicht mehr angemessen. Der jetzige Standort verbesserte die Zufahrtsmöglichkeit zum Hafen für den Straßenverkehr. Der Bau begann 1895.Der westliche Teil des sechsgleisigen Kopfbahnhofs wurde 1899 fertiggestellt und eröffnet. Die Bauarbeiten am restlichen Teil dauerten noch bis 1911 an, da unter anderem zunächst das Stadtkloster abgerissen werden musste. Solange verkehrten noch Züge durch eine Lücke im Ostflügel zum alten Bahnhof, bis dieser 1902 abgerissen wurde. Auf der Ostseite des Empfangsgebäudes wurde die Kaisertreppe kombiniert mit einer geschwungenen Auffahrt angelegt, über die auf kürzestem Weg das Hafenbecken mit dem Anleger für die kaiserliche Yacht erreicht werden konnte.

Im Jahre 1944 wurden der Hauptbahnhof und die angrenzenden Prachtbauten bei einem schweren Bombenangriff durch die Alliierten schwer beschädigt. Ab 1950 wurde der Bahnhof in vereinfachter Form wiederaufgebaut. In den 1950er Jahren wurde das Bahnhofsumfeld umgestaltet. Insbesondere die zuführende Straße Sophienblatt wurde stark verbreitert.Aufgrund der Olympischen Sommerspiele 1972 wurde im Norden des Bahnhofes ein Parkdeck angelegt, in dem sich ebenerdig der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) befand. Dazu wurde vom Bahnhof ein Fußgängersteg aus massiven Beton gebaut. Im Bahnhof errichtete man auf dem Querbahnsteig sowie rund um die Eingangshalle verschiedene Verkaufspavillons. Zusätzlich wurde in der historischen Eingangshalle (Nordeingang) und in den danebenliegenden Wartehallen jeweils eine zusätzliche Ebene eingezogen, welche die historischen Raumhöhen halbierte. Das Parkdeck mit dem noch heute darunter befindlichen ZOB wurden 2009–2010 um knapp ein Drittel reduziert (Teilabriss). Im Juni 2010 eröffnete an dieser Stelle ein Hotel der “Atlantic”-Kette.

Auch zum 1988 errichteten Einkaufszentrum Sophienhof wurde ein Fußgängersteg angelegt, was die Architektur des Gebäudes beeinträchtigte. Genauso zwei außen am Bahnhof angebrachte geschlossene Fußgängerstege links und rechts der Eingangshalle im Norden, die von den Kielern wegen Ihres Aussehens scherzhaft „BH“ genannt wurden.

Züge

1995 wurde die Bahnstrecke Richtung Hamburg elektrifiziert. Seitdem starten und enden hier täglich auch ICE-Züge.

Im Jahr 1999 begann ein umfassender Umbau des Bahnhofs.

Unter anderem erhielt er eine neue Empfangshalle. Die Zwischenebene der historischen Eingangshalle wurde entfernt und damit die einstige Raumhöhe wiederhergestellt. Der Fußgängersteg zum ZOB wie die Außenstege an der Nordseite des Bahnhofs wurden ersatzlos abgerissen, der Fußgängersteg zum Sophienhof wurde durch eine Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt. Der umgestaltete Bahnhofsvorplatz und die Empfangshalle am Querbahnsteig mit zahlreichen Geschäften wurden zur Kieler Woche im Juni 2004 eingeweiht.

Auch die Kaisertreppe im Osten wurde wieder hergestellt.

Kaisertreppe

Wegen finanzieller und technischer Schwierigkeiten wurde der Umbau mehrmals unterbrochen und erst im Mai 2006 mit der Fertigstellung einer neuen Bahnsteighalle abgeschlossen, nur über dem Querbahnsteig ist noch die alte und sanierte Bahnhofshalle erhalten. Die Gesamtkosten des Umbaus betrugen rund 60 Millionen Euro. Die Kosten der Bahnsteighalle wurden mit rund 30 Millionen Euro angegeben.