Spannung, Jubel, Dramatik – und ein unglückliches Ende

Der Klassiker Deutschland gegen Dänemark lockte am Sonntagabend einmal mehr die Handballfans in den einzigartigen Handballbahnhof – und sie sollten einmal mehr gut daran getan haben, dieses Hauptrunden-Match gemeinsam zu verfolgen. Spannend war es, dramatisch war es – und am Ende ließ sich das unglückliche 25:26 der deutschen Mannschaft in Gemeinschaft noch besser verarbeiten. Am Mittwoch wird es wieder heiß her gehen im beheizten Bahnhof: Um 20:30 Uhr trifft die deutsche Mannschaft in der Neuauflage des letzten EM-Endspiels auf Spanien und kann nur mit einem Erfolg gegen die Iberer auf eine Halbfinal-Teilnahme hoffen. THW-Trainer Alfred Gislason wird vor der Partie im Einkaufsbahnhof erwartet: Neben einer Analyse der bisherigen EM und einem Ausblick auf das Spanien-Spiel wird Gislason auch Autogramme geben.

Das Spiel mit dem höchsten „THW Kiel“-Anteil der EM lockte hunderte in den Handballbahnhof. Mit dem kurzfristig nominierten Rune Dahmke, der bei jedem seiner vier Treffer und bei seinen zum Teil spektakulären Abwehraktionen lautstark gefeiert wurde, Torhüter Andreas Wolff, Kreisläufer Patrick Wiencek und Linkshänder Steffen Weinhold gingen gleich vier Spieler des THW Kiel an den Start, für Dänemark liefen Torhüter Niklas Landin und Kreisläufer Rene Toft Hansen auf. Eine Konstellation, die dem Talk-Gast Christian Zeitz, Europameister von 2004, ein Lächeln abrang. Gleichwohl tippte Zeitz auf einen deutschen Sieg mit drei Toren – und verriet, dass Dahmke nach den harten Trainingseinheiten mit dem THW Kiel schwere Beine haben müsste: „Vor allem der Freitag war hart für ihn, wir haben Squash gegeneinander gespielt, und er hatte keine Chance.“

Auf dem Handballfeld aber machte Dahmke seine Sache ausgesprochen gut, belebte nach seiner Einwechslung das deutsche Angriffsspiel und sorgte mit seinem Jubel und seiner Körpersprache für Stimmung bei den „Bad Boys“ und den Fans im Handballbahnhof. Die sahen eine torarme erste Hälfte und machten im zweiten Durchgang richtig Lärm, als die Kieler reihenweise für Deutschland trafen oder hielten. Beim 15:13 durch Kühn wuchs der Glaube an eine Überraschung, und auch angesichts der dänischen 24:21 (56.)- und 26:23-Führung wurde nicht aufgesteckt. Tatsächlich wurde es noch einmal dramatisch, weil Patrick Wiencek und Dahmke noch einmal verkürzen konnten und Mikkel Hansen sich einen technischen Fehler leistete. Es fehlten am Ende aber wenige Sekunden, um doch noch zumindest einen Punkt zu erreichen. Trotzdem gab es im Handballbahnhof Applaus für die bisher beste Turnierleistung der deutschen Mannschaft, die trotz der 25:26-Niederlage noch immer auf den Halbfinaleinzug hoffen kann. Voraussetzung dafür ist ein Sieg gegen Spanien am Mittwoch – und den schaut man sich am besten wieder gemeinsam mit vielen anderen im einzigen Handballbahnhof Deutschlands vor der Großbildleinwand an!

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