Deutschland verpasst den Gruppensieg

Enttäuschung im Handballbahnhof: Viele Fans der deutschen Nationalmannschaft hatten sich vor der Großbildleinwand versammelt, um das letzte Vorrundenspiel der „Bad Boys“ gemeinsam zu erleben. Es wurde gezittert, gejubelt, gebangt und am Ende auch geärgert: Durch das 25:25-Unentschieden verpasste die deutsche Mannschaft den Gruppensieg und eine bessere Ausgangslage für die Hauptrunde, die für das DHB-Team am Freitag mit der Partie gegen Dänemark-Bezwinger Tschechien beginnt.

Optimistisch waren die Fans und auch die beiden THW-Stars Emil Frend Öfors und Ole Rahmel in den letzten Vorrunden-Abend gegangen. Beide „Zebras“ tippten auf einen Sieg der deutschen Mannschaft. Doch während sie noch Autogramme gaben, bahnte sich über ihnen Ungemach an: Der Titelverteidiger erwischte wieder einen Fehlstart, der nur mit Kieler Hilfe korrigiert werden konnte: Andreas Wolff, Patrick Wiencek und der achtfache Torschütze Steffen Weinhold waren die Garanten für die Aufholjagd, und mit jedem weiteren Treffer und jeder weiteren Wolff-Parade stieg auch beim Public Viewing die Stimmung. Allerdings sorgten zahlreiche Fehlwürfe und technische Fehler der deutschen Mannschaft auch vor der Leinwand für geraufte Haare. Am Ende der ersten Hälfte verpassten es die „Bad Boys“, sich weiter abzusetzen. Das 12:11 zur Pause versprach Spannung für die zweiten 30 Minuten.

Und die hatten es einmal mehr in sich: Mazedonien zog auf 19:16 weg, doch Wiencek und Weinhold machten auch dieses Mal den Unterschied aus. Ihre Aktionen sorgten für die erneute deutsche Führung, die Mazedonien allerdings stets kontern konnte. Auch, weil sie von außen nahezu ungehindert trafen – und so kam es zum Showdown auch in dieser Partie: Riesenjubel bei Heinevetters finaler Parade gegen Stoilov, Entsetzen über den letzten Angriff der deutschen Mannschaft, der mit einem Pass auf den abgemeldeten Rechtsaußen endete. 25:25. Aus. Die große Chance, sich schon vor der Hauptrunde eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, war dahin.

Im zweiten Spiel der Gruppe C sicherten sich die Slowenen von Miha Zarabec mit einem 28:19 gegen Montenegro das Hauptrunden-Ticket. Sie nehmen als Gruppendritter 1:3 Punkte mit, Deutschland  startet die ganz heiße Phase der EM mit 2:2 Zählern. Gruppensieger Mazedonien wird mit einem 3:1-Punktepolster in die Hauptrunde gehen, in der es spannend wie selten sein wird. Durch den 25:22-Sieg Dänemarks gegen Vize-Europameister Spanien in der Parallelgruppe D ergibt sich für die deutsche Mannschaft trotz des enttäuschenden Unentschiedens zum Abschluss der Vorrunde eine gute Situation, denn sowohl Gruppensieger Spanien als auch der Zweite Dänemark und Tschechien, das sich am abschließenden Spieltag durch einen 33:27-Sieg gegen Ungarn für die nächste Runde qualifizierte, gehen wie die DHB-Auswahl mit 2:2 Punkten in das Rennen um die beiden Halbfinalplätze.

Die erste Partie wird Deutschland am Freitag gegen Tschechien bestreiten, am Sonntag geht es im Handballbahnhof mit dem Klassiker gegen Dänemark weiter, ehe es am Mittwoch zum ultimativen EM-Showdown, der Neuauflage des Finales 2016, zwischen dem DHB-Team und Vize-Europameister Spanien kommt. Die genauen Anwurfzeiten stehen noch nicht fest, alle Spiele werden live im Handballbahnhof gezeigt.

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