Traumstart für den Handballbahnhof

Soviel zu jubeln gab es für die Fans im Handballbahnhof noch nie zum Auftakt einer Europameisterschaft: Mit 32:19 gegen Montenegro gewann die DHB-Auswahl das erste Spiel in Kroatien – und zum ersten Mal seit zehn Jahren überhaupt die EM-Premiere. Einige hundert Fans feuerten sie dabei im einzigartigen Kieler Handballbahnhof vor der großen Leinwand an.

Vorsichtig hatte Sebastian Firnhaber, Kreisläufer beim Rekordmeister THW Kiel, vor der Partie seinen Turniertipp abgegeben: „Wenn die deutsche Mannschaft gut in die EM kommt, kann es weit für sie gehen.“ Gleichzeitig warnte er vor einer starken Mannschaft aus Montenegro und sagte dennoch einen 29:25-Erfolg für Deutschland voraus.

Dieser Tipp war dann eigentlich schon zur Pause des ersten Deutschland-Spiels Makulatur: Die Fans vor der Leinwand kamen in den ersten dreißig Minuten nicht mehr aus dem Jubeln heraus. Lautstark wurde jeder Torschütze gefeiert – besonders euphorisch wurde es immer dann, wenn wie beim ersten Tor durch Steffen Weinhold ein Kieler beteiligt war. Patrick Wienceks Traum-Tor – und natürlich die Paraden des einmal mehr überragenden Andreas Wolff sorgten für Hochstimmung. Der entscheidende Zwischenspurt von 4:3 auf 13:3 (22.) ließ die Anspannung vor dem Turnierstart auch bei den Zuschauern im beheizten Handballbahnhof in pure Freude umwandeln. Alexander Holzapfel, Sportchef der Kieler Nachrichten, analysierte mit Moderatorin Maike Jäger und Christian Robohm die erste Hälfte: „Ich hätte mehr Gegenwehr von Montenegro erwartet, das 17:9 zur Pause ist überraschend hoch.“

Im zweiten Durchgang ließ die deutsche Mannschaft nichts mehr anbrennen und feierte am Ende den zweithöchsten Sieg der EM-Geschichte. Ein furioser Auftakt für den Handballbahnhof, der auch in den kommenden Tagen zum Anlaufpunkt der Handball-Fans in Schleswig-Holstein wird: Am Montag wird dort ab 18:15 Uhr das zweite Deutschland-Spiel gegen Slowenien gezeigt. Das Rahmenprogramm beginnt um 17:30 Uhr, als Gast wird Europameister Christian Dissinger erwartet. Dissinger wird vor der Partie auch Autogramme schreiben und sein Trikot aus der vergangenen Saison zugunsten der Aktion „Leben retten!“ von KN hilft versteigern. In der Halbzeitpause wird dann ein Champions-League-Trikot von Niclas Ekberg für den guten Zweck unter den Hammer kommen: Am 27. April 2013 trug der schwedische THW-Rechtsaußen dieses Jersey im Champions-League-Viertelfinale gegen MKB Veszprem. Beim bis heute legendären 29:28-Rückspielsieg in Ungarn erzielte er in diesem Trikot ein Tor.

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