Der Traum lebt

Handballbahnhof-8259Rund 350 Fans der deutschen Handball-Nationalmannschaft erlebten im einzigartigen Kieler Handballbahnhof einen ruhigen Abend – zumindest sportlich. Denn die Stimmung vor der 15 Quadratmeter großen Leinwand war ausgelassen. Kein Wunder: Mit einem nie gefährdeten 29:19 (17:9)-Kantersieg gegen Ungarn lässt die DHB-Auswahl die Fans weiter vom Halbfinale träumen.

Mitten unter den Fans verfolgte THW-Nachwuchstorwart Dominik Plaue die Partie: „Diese Stimmung ist einzigartig, so etwas wie dieses Public Viewing habe ich beim Handball noch nie erlebt“, schwärmte Torhüter, der zum ersten Mal überhaupt die Atmosphäre auf der „Stehplatztribüne“ genoss.

Das Spiel der deutschen Mannschaft trug ihren Teil zum gelungenen Abend bei: Von Beginn an kontrollierte die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson die Partie. Rune Dahmke eröffnete und beschloss den Torreigen der ersten 30 Minuten – dazwischen sahen die Fans eine starke deutsche Defensive, einen überragenden Spielgestalter Steffen Weinhold, einen sicheren Siebenmeterschützen Tobias Reichmann und eine variable, variantenreiche Offensive. Die Folge: Das 17:9 zur Pause sich niemand zu erhoffen gewagt.

Nach dem Wiederanpfiff lief es zunächst nicht ganz rund bei der deutschen Mannschaft, die aber auch den ungarischen Anschluss locker wegsteckte: Erneut waren es Dahmke und Weinhold, die für entspannte Minen sorgten. Dann durfte sich der Kieler Kapitän der DHB-Auswahl, der bisher auf die längste Einsatzzeit bei der Europameisterschaft kam, ein wenig schonen: Für Weinhold sprangen andere in die Bresche, wie zum Beispiel der starke Fabian Wiede: Sechs Treffer erzielte der Berliner und avancierte somit zum besten Torschützen einer Partie, in der die deutsche Mannschaft ein großes Ausrufezeichen setzte. Das Halbfinale im Handballbahnhof – es muss kein Traum bleiben!

Doch bis zur Erfüllung muss die deutsche Mannschaft noch zwei schwere Hürden überspringen: Die erste wartet mit dem unbequemen russischen Team bereits am Sonntag. Anpfiff ist um 18.15 Uhr, und der Handballbahnhof öffnet natürlich wieder seine Türen. Das Programm im beheizten Public-Viewing-Bereich beginnt eine Stunde vorher, sodass für alle Fans noch genügend Zeit bleibt, am Tippspiel teilzunehmen. Dass dieses sich lohnt, erfuhren fünf glückliche Gewinner am Freitagabend: Niemand hatte auf einen derart hohen Sieg der deutschen Mannschaft getippt, und so landeten alle Teilnehmerkarten, die auf einen Erfolg von Rune Dahmke & Co. gesetzt hatten, in der Lostrommel für die wertvollen Preise.

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